Dienstag, 02 August 2016 18:37

IT-Berufe: Vielfältig und chancenreich

 

Mit dem Handy das Licht und die Heizung im Haus steuern, mit dem Auto fahren, ohne die Hände am Steuer zu haben, Roboter, die im Haushalt helfen: So sieht wohl die Zukunft aus, und die scheint nicht mehr weit entfernt. Doch es braucht Leute, die das selbstfahrende Auto programmieren, die Systeme für ein „Smart Home“ installieren und die Roboter zum Laufen bringen. Damit sind IT-Fachkräfte gefragt wie nie. Die Einsatzgebiete wachsen und werden immer vielfältiger. Das bestätigt auch Volker C. Koch, Lehrer und Leiter des Fachbereichs IT an der Berufsschule Fürstenfeld­bruck. Dort lernen gerade etwa 240 Schüler, die eine Ausbildung in einem IT-Beruf machen. Leonardo Ziaja ist einer von ihnen.

 

Der 20-Jährige ist Azubi bei Stemmer GmbH in Olching und lernt im zweiten Ausbildungsjahr den Beruf zum Fachinformatiker für Systemintegration. Leonardo hat sein Abitur gemacht, wollte aber nicht sofort studieren. „Ich wollte Grundkenntnisse und Berufserfahrung sammeln, bevor ich ein Studium beginne“, sagt er. Weil er sich schon in seiner Schulzeit viel mit Computer und Internet beschäftigte, lag die Berufswahl nahe. „Ich habe bei LAN-Partys mit meinen Freunden beispielsweise alles organisiert und eingerichtet“, erinnert er sich. Sein Vater habe ihm schließlich die Anzeige seiner heutigen Firma hingelegt. Den Beruf zum Fachinformatiker für Systemintegration kannte er vorher nicht. Doch er machte sich schlau, bewarb sich und wurde genommen. „Ich hatte keine Vorkenntnisse im Programmieren, aber ich wollte mein vorhandenes Wissen unbedingt erweitern und das alles lernen. Vermutlich war mein starkes Interesse ausschlaggebend“, vermutet Leonardo. Was ein Fachinformatiker für Systemintegration macht, kommt ein bisschen auf die Firma an, bei der man lernt. Also was genau der Betrieb tut oder anbietet. „Bei uns ist das so: Wenn beispielsweise andere Unternehmen Internet, Telefone und Netzwerke brauchen, kommen sie zu uns. Wir planen und realisieren dann passende Lösungen, liefern die Hardware, installieren die Software und warten die Systeme“, erklärt der Olchinger Berufsschüler. Er hatte dabei von Anfang an eigene Aufgaben. „Zur Zeit bin ich vor allem für die Vorbereitung von bestimmten Geräten wie Routern, Switches und Telefonen zuständig, bevor diese zum Kunden kommen“, erzählt er. Selbst durfte er auch schon ein paar Mal mit zum Kunden. Grundsätzlich ist er aber im „Betriebsteam“, also dem Team in der Firma, das alles vorbereitet und Probleme löst, wenn beim Kunden Fehler auftreten.

 

„Phasenweise werde ich auch in andere Abteilungen wie dem Einkauf geschickt, damit ich weiß, wie es dort abläuft“, sagt er. Auch in der Berufsschule schnuppern die Azubis in alle Bereiche. Volker C. Koch erklärt dazu: „50 Prozent der Lerninhalte für alle IT-Berufsschüler sind gleich. Die anderen 50 Prozent füllen spezifische Fächer für deren speziellen IT-Beruf. So müssen die reinen ITler auch kaufmännische Sachen lernen, so wie die Kaufleute auch in den technischen Bereich schnuppern müssen.“ Das sorge später für eine sehr breite Einsetzbarkeit. „Die Schüler haben danach viele Möglichkeiten“, weiß Koch.

 

Leonardo gefällt seine Ausbildung. Er will sie auf jeden Fall beenden und danach ein paar Jahre Berufserfahrung sammeln um später vielleicht etwas im IT-Bereich zu studieren. Doch was muss jemand mitbringen, der einen IT-Beruf lernen will? Leonardo denkt: „Er sollte sich auf jeden Fall für die Materie interessieren. Logisches Denken ist nicht unwichtig. Gewisse Grundkenntnisse sind von Vorteil. Außerdem muss einem klar sein, dass man die meiste Zeit seiner Arbeit vor dem PC sitzt.“ Doch man muss kein „Nerd“ sein, um in einem IT-Beruf gut und erfolgreich zu sein. Leonardo: „Ich kenne keinen in meiner Klasse, der auch in seiner Freizeit nur am PC sitzt. Auch Leute, die sich nicht großartig mit Computer auskennen, können diesen Beruf lernen. Es muss nur das Interesse geweckt werden. Deshalb rate ich jedem zu einem Praktikum im IT-Bereich.“

 

Um die Schüler richtig zu fördern und auch auf die Arbeitswelt gut vorzubereiten, ist die Berufsschule Fürstenfeldbruck eine Bildungseinrichtung der Cisco Networking Academy. Zusätzlich zum normalen Unterricht können Schüler auf freiwilliger Basis Zertifikate erwerben. Dabei geht es meist um Spezialgebiete, in denen sie ihr Wissen vertiefen können. „Diese Zertifikate sind gut für die Zukunft, weil wir zeigen können, mit welchen verschiedenen Gebieten und Themen wir uns bereits auseinander gesetzt haben“, sagt Leonardo und hat vor, auf jeden Fall ein Zertifikat zu machen. Außerdem gibt es jährliche Projekttage. Volker C. Koch erklärt: „In den Projekttagen treffen die Schüler aller vier IT-Berufe zusammen und erarbeiten ein Projekt. Im letzten Schuljahr war das Thema „Cloud-Computing". Jeder kann dort seine Kenntnisse im Team einbringen, aber auch von den anderen lernen.“

 

Weitere Informationen zum Thema IT-Berufe auf der Seite der Berufsschule Fürstenfeldbruck finden Sie hier.