Montag, 14 März 2016 14:45

Neue CNC-Drehmaschine für die Berufsschule

 

Pünktlich zu Weihnachten ergänzte der Landkreis Fürstenfeldbruck die Metall-Lehrwerkstätte der Berufsschule Fürstenfeldbruck um eine neue Maschine. Nach einer 5-Achs-CNC-Fräsmaschine DMG DMU 50 im Jahr 2012 wurde nun auch eine CNC-Drehmaschine geleast. Der Marktwert einer solchen Drehmaschine liegt bei rund 150.000 Euro. Die Schüler aus dem Fachbereich Metall der Berufsschule, die auch Kompetenzzentrum für den Ausbildungsberuf Feinwerkmechaniker Maschinenbau ist, sowie der nahegelegenen FOS haben in Zukunft die Möglichkeit daran zu lernen und zu arbeiten. Ziel ist es, praktische Erfahrungen im Umgang mit CNC-programmierbaren Maschinen zu sammeln.

 

 

 

Zur Einweihung der Drehmaschine besuchte Landrat Thomas Karmasin die Metallwerkstatt der Berufsschule und war mit dem Drücken des Startknopfs auch bei der Herstellung des ersten Versuchsteils direkt beteiligt. Zuvor ließ er sich von den anwesenden Schülern das Fertigungsverfahren "Drehen" erklären, was die Unterschiede zum "Fräsen" sind und wie die Programmierung einer solchen Maschine abläuft.

 

 

 

Die Anschaffung einer CNC-Drehmaschine war notwendig, um die Qualität der Ausbildung an der Berufsschule weiterhin zu steigern. Davon konnten der Fachbereichsleiter Gerhard Hierhammer sowie die Schulleiterin Andrea Reuß den Landrat überzeugen und mit ihrer Begeisterung anstecken.

 

 

 

Bei der neuen CNC-Drehmaschine handelt es sich um eine DMG ecoTurn 310 CNC-Drehmaschine mit 12 Werkzeugstationen, die alle angetrieben werden können. CNC steht für Computerized Numeric Control und steht für rechnergestützte, numerische Steuerung. Dies bedeutet, dass sämtliche Bewegungen der Maschine über einzelne Programmschritte eingegeben und weiterhin durch speicherbare Programme gesteuert werden. Ein großer Vorteil hierbei ist, dass im Gegensatz zu konventionellen und zu NC-Drehmaschinen, komplette Bauteile mit verschiedenen Konturen an einem externen PC erstellt, in die Maschine geladen und gefertigt werden können. Die entsprechenden Parameter und Einstellungen sind bereits in der maschineninternen Steuerung gespeichert.

 

Bereits im zweiten Ausbildungsjahr werden die Jugendlichen in Zukunft beginnen, an der neuen Maschine zu arbeiten. Vor allem für Schüler, die in ihren Ausbildungsbetrieben nicht die Möglichkeit haben an CNC-Maschinen zu arbeiten, bietet die neue Maschine an der Berufsschule die Möglichkeit, Erfahrungen mit dieser Technologie zu sammeln. Weiterhin kann es durch den Einsatz einer Simulationssoftware sogar ganzen Klassen ermöglicht werden, Bauteile zu programmieren und vorab am Bildschirm per Simulation den Ablauf der einzelnen Arbeitsschritte zu testen. Das Lernfeld "Rechnergestützte Fertigung" ist seit vielen Jahren Inhalt des Unterrichts, konnte aber im Bereich der Drehtechnik bisher nur theoretisch vermittelt werden. Ab sofort wird die neue Maschine den Praxisunterricht in der Werkstatt ergänzen. Dann wird sich zeigen, wer im Klassenzimmer gut aufgepasst hat.

 

In der folgenden Galerie sehen Sie ein mit der Maschine gefrästes Bauteil mit Vorher/Nachher-Ansicht sowie einen Ausschnitt aus dem dazugehörigen Bearbeitungsprogramm:

 
Bauteil-vorher
Bauteil-fertig
Programmausschnitt

Autor: Mario Frigl