Montag, 22 Juni 2015 09:00

Gemeinsam gegen rechten Extremismus

So lautet nicht nur der Titel einer Broschüre der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus, sondern auch der Vortrag und Schülerworkshop, der am 22.05.15 an der Staatlichen Berufsschule Fürstenfeldbruck stattfand. Wolfgang Meyer – ein Polizist, der nicht in Uniform erschien, wie es die Schüler der WV10b (angehende Einzelhändler) erwarteten - sondern ein echter Kriminalpolizist, der mit der Verfassungsschutzbehörde zusammenarbeitet, arbeitete mit den Jugendlichen intensiv das Thema Rechtsextremismus auf.  

 

Dabei ging es unter anderem um Symbole, Musik, extremistisches, also verfassungsfeindliches Gedankengut, Gruppenveranstaltungen in Jugendcamps, erlaubtes und unerlaubtes Tragen von Tattoos usw. Die Klasse war sich sehr schnell bewusst, warum eine Verherrlichung der Ideologie des 3. Reiches nichts mit unseren Rechten und Pflichten im Grundgesetz zu tun hat. Sie war beeindruckt, wie Herr Meyer mit kleinen Beispielen den Unterschied zwischen „echter“ Meinung und „Mitläufertum“ anhand eines Experimentes deutlich machte. Es wurde anschließend von den Jugendlichen in Gruppenaufgaben kritisch hinterfragt, was denn ein Extremist sei und welche Gründe es ihrer Meinung nach gäbe, weshalb sich junge Leute rechtsextremen Gruppen anschließen. Es ging in diesem Workshop nicht um „richtig oder falsch“, so wie es die Schüler sonst im Unterricht gewohnt sind, sondern vor allem auch um Eindrücke und Gefühle. Die Schülerinnen und Schüler bemerkten sehr schnell, was Recht und Unrecht bedeutet. Falsches ideologisches Gedankengut und Kameradschaft, die nichts mit unserem Rechtsstaat zu tun haben, striktes menschenwürde-verachtendes Gehorsamsregime, Gewaltverherrlichung und der „Hass gegen die Demokratie“ wurden anhand eines heimlich gedrehten und vom Verfassungsschutz begleiteten Filmes gezeigt. Einige Schülerinnen und Schüler konnten sich nicht vorstellen, dass dieser aus unserer heutigen Zeit stammt. Als Letztes wurde die Fragestellung aufgeworfen, was man dagegen tun kann und welche sog. Aussteigerprogramme es gibt. „Die drei Unterrichtsstunden waren viel zu wenig“ wie einige Jugendliche bemerkten. „Wir wollten eigentlich noch viel mehr von Herrn Meyer erfahren, aber vielleicht dürfen wir ja im Ethik- und Religionsunterricht bei Frau Mayer und Herrn Weierer nochmal weiter an dem Thema arbeiten.“

Vielen Dank an Herrn Meyer, dem Referenten, Frau Mayer, der Organisatorin und Frau Thalemann, unserer Klassenleiterin

Klasse WV10b